Angerer Alm

(W)einkehrschwung am Kitzbüheler Horn

Die Angerer Alm ist eigentlich nur über die Harschbiechl-Seilbahn von St. Johann aus zu erreichen. Hausgäste können im Sommer auch eine Straße benutzen. Ein paar Kilometer vor der Alm befindet sich ein Schranken der – nach kurzem Anruf – per Funk geöffnet wird. Für die weitere Fahrt empfiehlt sich jedenfalls ein Auto mit einem gewissen Maß an Bodenfreiheit.

Mit ihrer weit zurückreichenden Geschichte ist die Angerer Alm längst eine Institution am Kitzbüheler Horn. Damals, vor über 200 Jahren, war die Angerer Alm der höchst gelegene Bauernhof in St. Johann. Mittlerweile hat sich die Alm natürlich weiterentwickelt. In einen Berggasthof besonderer Art. Die Alm liegt auf 1300 Metern, und das Panorama ist ein wahrer Augenöffner, in dessen Zentrum das stattliche Massiv des Wilden Kaisers steht. Die Wirtinnen dieser Perle sind Annemarie Foidl, eine umtriebige Gastronomin, die „neben“ der Angerer Alm auch noch die Geschicke des Österreichischen Sommeliervereins als deren Präsidentin führt und ihre Tochter Katharina Weiss. Am Herd steht Annemaries Schwiegersohn Gerald Weiss.

Die Weinprominenz der Hüttenwirtin macht sich klarerweise auch auf der Weinkarte und im Felsenkeller bemerkbar. Alleine dieses Kellers wegen lohnt der Weg zur Angerer Alm. Ein kleiner, aber prall gefüllter und verwinkelter Weinkeller voll bestückt mit den besten Weinen aus Österreich, Italien, Deutschland und anderen interessanten Weinländern. Ein kleiner Raum im Kellergewölbe lädt zu interessanten Gesprächen bei ebenso interessanten Weinen ein. Wer sich hier ein wenig umsieht, entdeckt mit Sicherheit auch die eine oder andere Rarität.

Tagsüber werden Wanderer mit traditioneller bodenständiger Küche auf hohem Niveau bedient. Die Kasspatzln kommen fast leicht, aber unglaublich aromatisch auf den Tisch. Und erst der Kaiserschmarrn! Regional eigentlich eher der Wiener Küche zuzuordnen, hat sich der Kaiserschmarrn längst einen Fixplatz auf den Karten der Tiroler Wirtshäuser erkämpft. Hier auf der Angerer Alm wird einer serviert, der Seinesgleichen sucht. Locker und flaumig, nicht zu süß, begleitet von schmackhaftem Röster aus Tiroler Zwetschken. Bei der klassischen Brettljause werden Speck und Rohmilchkäse aus der Produktion naher Sennereien serviert, ebenso auf der Karte findet man die Tiroler Klassiker: Gröstl, Kaspress- Speckknödel und der sauer marinierte Graukas. Jedes einzelne Gericht in makelloser Qualität.

Alles in allem eine Alm, die bodenständigen Genuss, attraktives Weinangebot und außergewöhnliches Ambiente verbindet. Lohnt den Anstieg, sehr empfehlenswert.

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