Philosophie

Almen – Ein bedeutendes Stück Tirol

 

Die Fläche des Landes Tirol kann wie folgt unterteilt werden:

  • Gesamtfläche 12.649 km² (100 %)
  • Dauersiedlungsraum (Baufläche, Gärten, Verkehrsflächen…) 228 km² (1,8 %)
  • Gewässer 141 km² (1,12 %)
  • Landwirtschaftliche Nutzfläche 1117 km² (8,83 %)
  • Almflächen 2877 km² (22,75 %)
  • Wald 4.957 km² (39,19 %)
  • Sonstige Flächen (vor allem Gebirge) 3.385 km² (26,76 %)

 

Schon aus dieser Aufteilung kann die Rolle der Almen für das ganze Land erahnt werden!
Vor allem für die Siedlungen des Landes, die sich zumeist im Tal befinden, kommt dem darüber liegenden „ersten und zweiten Stock Tirols“ eine besondere Bedeutung zu.

Ein Lebens- und Wirtschaftsraum im Spannungsfeld

Die über Jahrhunderte mit großem Aufwand naturnah entwickelten Alm- und Forstflächen

  • sind für bäuerliche Familien ein wichtiger Wirtschaftsraum
  • sind mit den naturnahen Haltungsbedingungen für Rinder und Schafe die Basis für die Produktion hochwertiger Nahrungsmittel sowohl auf den Almen als auch im Tal
  • bieten trotz rauer Wetterverhältnisse Schutz vor Lawinen, Steinschlag, Hochwasser und Muren
  • sind Erholungsraum für Tirolerinnen und Tiroler, sowie für Gäste aus dem In- und Ausland
  • sind Wirtschaftsraum für Tourismus und Sport und damit Lebensbasis für viele Menschen im Tal, die ihren Lebensunterhalt in der Gastronomie/ Hotellerie sowie der Seilbahnwirtschaft erarbeiten, und das – mit Hilfe der Landwirtschaft und der Jagd –
  • bei weitgehend intakter Flora und Fauna des gesamten Kulturraumes.

Schon immer gab es auf den Almen „Nutzungskonkurrenz“ für ein endliches Gut (nutzbare Fläche). Zunächst mussten die Almen für die Lebensmittelproduktion von den bäuerlichen Familien nutzbar gemacht werden. Die Lasten und der Nutzen für diese Arbeiten wurden den „Höfen“ nach Anteilen zugeordnet. Zu dieser Aufteilung sind im letzten Jahrhundert touristische und sportliche Nutzungen dazugekommen, die den Konkurrenzdruck auf den gleichen Flächen steigerten. Der Bevölkerungswandel weg von der Landwirtschaft und hin zu urbanen Lebensweisen erhöht den Druck auf die Almwirtschaft und den Lebensraum für Mensch und Tier weiter. Als Beispiel seien nur die Themen „Kuhurteil“ oder der Wunsch nach einem „neuen Lebensraum“ für den Wolf mit allen Konsequenzen für die Tiere auf der Alm und das Wild genannt.

Dabei war das Überlebensmotto auf der Alm seit jeher:

„Wir müssen alle miteinander auskommen! Der Almfrieden ist ein wichtiges Gut. Es hängt für alle zu viel davon ab! “

 

Dieser Almfrieden ist in Gefahr!

 

Ungeordnete und vermehrte konkurrierende Nutzungen tragen zur Destabilisierung des fragilen Gleichgewichts auf der Alm bei.

Die Webseite „Almen.Tirol“ soll dem Almfrieden dienen. Ganz pragmatisch kommt es zunächst auf den Informationsstand aller Beteiligten an, die legitime Interessen an den Almflächen haben. Für eine geordnete Vorgangsweise und eine gesittete Auseinandersetzung bei Diskussionen braucht es eine gemeinsame Informationsbasis.

 

Wie kann die Webseite „almen.tirol“ konkret nützlich sein?

 

Die Seite soll über das Leben auf und mit der Alm informieren.

Für alle die auf und mit der Alm leben soll Wissen zur Verfügung gestellt werden, das die Orientierung und damit das Leben auf Alm und Berg erleichtert.

Vor allem im Vorfeld eines weiteren „Jahrhundert–Alm–Sommer 2021“ (bedingt durch Corona und mögliche Reisebeschränkungen) braucht es umfassende Informationen, damit sich Einheimische und Gäste konstruktiv in die „Alm- und Bergordnung“ einbringen können.

Alle sollen nach Wanderungen wieder heil nachhause kommen. Dafür sollen Informationen über die Almen auf der Wanderroute, deren Essen und Trinken als Stärkung dienen.