Tarrenton Alm

„Ålls was hin wean kann, dass ma des oafoch ålls varramt!“

Jedes Jahr aufs Neue muss eine Alm im Herbst winterfest gemacht werden. Wir haben David Erjan, Milchtechnologe von der Tarrenton Alm – die am Rand der Lechtaler Alpen auf 1.519 m Seehöhe liegt – zum Einwintern der Alm befragt:

Alle Jahre wieder müssen wir uns auf einen relativ strengen Winter mit viel Schnee vorbereiten. Am wichtigsten ist es zunächst, dass alle Gegenstände, die um die Hütte herumstehen, gut verstaut werden. Das heißt, alle Bänke, Tische, Blumentröge usw. müssen zusammengetragen und sicher aufbewahrt werden. Auch müssen alle Zäune abgebaut oder umgelegt werden, damit nichts durch die Schneelast zerstört werden kann. Alle Gatter werden ausgehängt und gesammelt. Da unser Stall ziemlich groß ist, können wir dort problemlos alles einlagern.

Danach ist der nächste Schritt, die mittlerweile weitgehend leere Hütte gründlich zu putzen. Dazu gehören auch die Fenster und alles, was sonst noch fixer Bestandteil der Alm ist. (Mäusegift sorgt dafür, dass uns im Frühjahr keine üble Überraschung erwartet.) Die Fensterläden werden zugemacht und die Holzflügel mit einem Holzblatt verkeilt, damit die Fenster sicher und gut verschlossen sind. Dann werden die Türen verschraubt – dafür stellen wir eigens Holzplatten und Holzverschläge her. Denn der Schnee kann auf der Tarrenton Alm schon mal bis zu der Türe reichen und dadurch wird verhindert, dass sie schneller verwittert. Dann muss noch die Regenrinne abmontiert werden. Das ist wichtig, damit der Schneedruck die Rinne nicht herunterdrückt und dadurch zerstört.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Ablassen der Wasserleitungen. Dafür wird die Zufuhr zur Quelle abgestellt. Boiler und alle Leitungen werden durch das tiefste Ventil ausgelassen, um sicher zu stellen, dass kein Wasser mehr in den Leitungen steht. Auch das ist sehr wichtig, weil sonst die Wasserleitungen einfrieren und kaputt gehen. Anschließend wird noch der Strom abgestellt. Wir haben auf der Tarrenton Alm ein eigenes Wasserkraftwerk und ein Stromaggregat. 

So neigen sich die wichtigsten Einwinterungsarbeiten dem Ende zu. Wichtig ist noch, dass alle Tore von innen zugeschraubt werden, sodass sich im Winter keine fremden Personen unerwünscht einquartieren. Schlussendlich wird die letzte Türe von außen versperrt. Und zu guter Letzt decken wir noch den Kamin mit einem Blech ab, das durch einen Stein beschwert ist. So müssen wir uns keine Sorgen machen, dass es durch den Kamin hereinschneien kann. So vorbereitet wird die Alm auch den strengsten Winter gut überstehen und keine Schäden erleiden, bis es im Frühjahr wieder losgeht.

David Erjan verbrachte heuer zusammen mit seiner Freundin Lisa Haisjackl den ersten Almsommer auf der Tarrenton Alm. David hat im vergangenen Mai eine Ausbildung zum Käser abgeschlossen und daraufhin im Juni gleich die Tarrenton Alm gepachtet. Sein Resümee zum ersten Almsommer lautet: „Die Bauern waren zufrieden mit uns und unseren Produkten. Das ist die Hauptsache und steigert die Vorfreude auf nächstes Jahr!“